Glaube. Liebe. Leichenschau
24 Krimiautoren verwandeln den Hellweg in einen blutigen Pilgerweg. Wo Mittelalter-Gläubige einst ihre Seelen reinwaschen wollten, hinterlassen zeitgenössische Schreiber Leichen, Schuld und moralische Abgründe. Der alte Handelsweg wird zur Spielwiese für Mord und Totschlag – mit geistlichem Segen, versteht sich.
Worum geht es?
Anthologien sind so eine Sache. 24 Geschichten, 24 Handschriften, 24 Versuche, aus einem vorgegebenen Thema – hier: der historische Hellweg – etwas Brauchbares zu pressen. Das Ergebnis ist, wie zu erwarten, ungleichmäßig.
Bernhard Aichner liefert mit „Wie ich in Opherdicke mit Edward Hopper ein neues Leben begann“ eine verstörende Meditation über Neuanfang und Flucht. Hoppers melancholische Bildwelten verschmelzen mit deutscher Provinz – ein atmosphärischer Albtraum, der unter die Haut kriecht. Christa von Bernuth dagegen schickt Allah höchstpersönlich nach Herdecke. Blasphemie? Satire? Beide. Die Geschichte balanciert messerscharf zwischen Humor und Unbehagen.
Zwischen den Highlights gibt es Durchschnitt. Vorhersehbare Plots. Obligatorische Twist-Versuche. Storys, die vergessen, dass Spannung mehr ist als nur ein überraschender letzter Satz. Aber das gehört zum Anthologie-Geschäft – man nimmt die Perlen mit und vergisst den Rest beim Umblättern.
Schreibstil
Hier prallen Welten aufeinander. Einige Autoren nutzen die Wallfahrts-Thematik für düstere Stimmungsbilder, lassen die Vergangenheit des Hellwegs durch ihre modernen Verbrechen schimmern. Andere ignorieren das Setting komplett und knallen ihre Geschichte einfach irgendwo am Weg ab.
Die stärksten Texte sind die, die sich Zeit nehmen. Die den Weg selbst zum Charakter machen, seine Geschichte in die Gegenwart bluten lassen. Aichner beherrscht das. Bei ihm riecht man die Verzweiflung, sieht die Schatten zwischen den Zeilen. Andere hetzen von Plot-Point zu Plot-Point, als hätten sie eine Deadline im Nacken gehabt. Wahrscheinlich hatten sie das auch.
Für wen geeignet?
Für Anthologie-Veteranen, die wissen, worauf sie sich einlassen. Für Regional-Crime-Fans, die den Hellweg kennen oder kennenlernen wollen. Für Leser, die akzeptieren können, dass nicht jede Geschichte ein Volltreffer wird.
Wer durchgängige Qualität erwartet, sollte woanders suchen. Wer bereit ist, sich durchzuarbeiten und die Highlights rauszupicken, findet hier durchaus Lesenswertes. Der Thriller-Anteil variiert – manche Geschichten sind eher Krimi, andere psychologisch aufgeladen.
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❓ Häufige Fragen zu Glaube. Liebe. Leichenschau
Worum geht es in Glaube. Liebe. Leichenschau?
In dieser Anthologie verwandeln 24 renommierte Krimiautoren den historischen Hellweg – einst bedeutender Pilger- und Handelsweg – in einen düsteren Schauplatz für Verbrechen. Wo im Mittelalter Gläubige ihre Seelen reinwaschen wollten, entstehen nun moderne Kriminalgeschichten voller Mord, Schuld und moralischer Abgründe. Bernhard Aichner ist einer der Autoren, die diesem spirituellen Weg eine blutige Note verleihen.
Für wen ist Glaube. Liebe. Leichenschau geeignet?
Das Buch richtet sich an Thriller- und Krimi-Fans, die Kurzgeschichten mit atmosphärischer Tiefe schätzen. Besonders geeignet ist es für Leser, die historische Schauplätze mit zeitgenössischer Spannung kombiniert sehen möchten. Wer verschiedene Schreibstile und Perspektiven auf einem gemeinsamen Handlungsstrang mag, wird hier bestens bedient.
Wie ist der Schreibstil?
Da 24 verschiedene Autoren beteiligt sind, variiert der Schreibstil von Geschichte zu Geschichte – von atmosphärisch-düster bis spannungsgeladen. Die Verbindung durch den gemeinsamen Schauplatz Hellweg schafft jedoch einen roten Faden durch die unterschiedlichen Erzählweisen.
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