Fiona muss einen Mord unter der Erde aufklären. Klingt nach einem normalen Dienstag für eine Privatdetektivin, oder? Nicht ganz. Denn diesmal steckt sie in einem Cold-War-Bunker fest, umgeben von TikTok-Influencern und einem Security-Team, das ihr das Leben schwer macht. Patti Larsen schickt ihre Protagonistin Fee Fleming in „Fool Me Twice and Homicide“ in eine Situation, die sowohl claustrophobisch als auch absurd ist – und genau das macht den Reiz aus. Wer die Fleming Investigations-Reihe bereits kennt, weiß: Fee gerät regelmäßig in Situationen, die sich anfühlen wie ein Mix aus „Knives Out“ und „Buffy the Vampire Slayer“. Dieses Mal wird es besonders eng, im wahrsten Sinne des Wortes. Larsen kombiniert klassische Cozy-Mystery-Elemente mit einem Setting, das an Reality-TV und Escape-Room-Challenges erinnert, würzt das Ganze mit übernatürlichen Twists und serviert eine Geschichte, die vor allem eines will: unterhalten. Keine tiefschürfende Philosophie, keine epischen Weltentwürfe – nur Fee, ein Haufen verdächtiger Personen und ein Rätsel, das gelöst werden muss, bevor die Luft ausgeht. Oder bevor jemand anderes draufgeht.
Worum geht es in Fool Me Twice and Homicide?
Nelson Delamonte – ein Name, der bei Fee Fleming sofort alle Alarmglocken schrillen lässt – hat einen Job für sie. Das Problem: Er verrät nicht die ganze Wahrheit. Fee denkt, sie nimmt an einem Event teil, vielleicht eine Art PR-Aktion oder gesellschaftliches Happening. Stattdessen landet sie in einem unterirdischen Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges, zusammen mit einer Handvoll junger Influencer, die dort für Content sorgen sollen. Das Setting ist perfekt für Drama: enge Gänge, schlechtes Licht, keine Fluchtmöglichkeit. Und dann passiert es – jemand stirbt.
Was wie ein geplanter Twist für die Show aussehen könnte, entpuppt sich schnell als echter Mord. Fee muss rausfinden, wer von den Anwesenden zum Mörder wurde, während sie gleichzeitig mit einem Security-Team kämpft, das eigene Interessen verfolgt. Die Leute vom Sicherheitsdienst sind nicht gerade kooperativ, und die Influencer? Die sind mehr damit beschäftigt, ihre Follower-Zahlen im Auge zu behalten als bei der Aufklärung zu helfen. Fee bekommt Unterstützung von Petal Morgan, die sich als „Deception Expert“ vorstellt – aber kann Fee ihr trauen? Petal hat ihre eigene Agenda, und ihre Expertise scheint manchmal eher theoretisch als praktisch zu sein.
Der zentrale Konflikt dreht sich nicht nur um die Frage „Whodunit“, sondern auch um das Überleben in einer Situation, die zunehmend gefährlicher wird. Jemand spielt ein doppeltes Spiel, und Fee muss herausfinden, wer – bevor sie selbst zum Opfer wird.
Die Figuren
Fee Fleming ist keine Superheldin im klassischen Sinne. Sie ist pragmatisch, manchmal zynisch, und hat eine Art trockenen Humor, der auch in den unangenehmsten Situationen durchkommt. Was sie antreibt, ist weniger ein Bedürfnis nach Gerechtigkeit als vielmehr der Wunsch, ihren Job zu erledigen und wieder nach Hause zu kommen. Sie hat keine übertriebenen moralischen Skrupel, aber einen klaren Kompass, wenn es darauf ankommt. In diesem Buch zeigt sich besonders ihre Fähigkeit, unter Druck zu funktionieren – auch wenn ihr die Situation völlig entgleitet. Fee ist nicht die Detektivin, die alles sofort durchschaut. Sie macht Fehler, zweifelt, und ihre Schlussfolgerungen basieren oft auf Trial and Error. Gerade das macht sie sympathisch.
Petal Morgan ist eine interessante Ergänzung. Sie gibt sich selbstbewusst, fast arrogant, wenn es um ihre Fähigkeiten geht, Lügen zu erkennen. Aber schnell wird klar, dass Theorie und Praxis zwei verschiedene Dinge sind. Petal hat ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Methoden, und das führt immer wieder zu Reibungen mit Fee. Trotzdem entwickelt sich zwischen den beiden so etwas wie ein Arbeits-Respekt – keine Freundschaft, aber ein gegenseitiges Anerkennen, dass sie sich brauchen.
Nelson Delamonte bleibt auch in diesem Buch eine ambivalente Figur. Er ist der Typ, der immer im Hintergrund die Fäden zieht, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Seine Motivationen bleiben unklar, und genau das macht ihn interessant. Man weiß nie genau, ob er Fee hilft oder sie nur als Mittel zum Zweck benutzt.
Die Influencer sind größtenteils Stereotypen – der Selbstdarsteller, die Beauty-Bloggerin, der Fitness-Guru – aber Larsen gibt ihnen genug Individualität, dass sie nicht komplett austauschbar wirken. Sie dienen als Verdächtige, als Comic Relief und als Spiegelbild einer Generation, die Fee nicht wirklich versteht.
Schreibstil und Atmosphaere
Patti Larsen schreibt schnörkellos und direkt. Kein langes Rumschwurbeln, keine ausufernden Naturbeschreibungen. Der Stil passt perfekt zu Fee als Ich-Erzählerin – die Sprache ist umgangssprachlich, manchmal schnippisch, immer in Bewegung. Die Kapitel sind kurz, die Szenen wechseln zügig, und das Tempo zieht einen durch die Geschichte, ohne dass man groß zum Luftholen kommt. Das Buch liest sich wie eine Netflix-Serie, die man in einem Rutsch durchbingt.
Die Atmosphäre ist dabei eine Mischung aus Komik und Unbehagen. Der Bunker ist kein gemütlicher Ort – enge Räume, wenig Licht, verbrauchte Luft. Larsen nutzt das Setting geschickt, um Spannung aufzubauen, ohne in reinen Horror abzugleiten. Es gibt Momente, in denen man sich tatsächlich etwas unwohl fühlt, aber dann kommt ein sarkastischer Kommentar von Fee, und die Stimmung kippt wieder ins Leichte. Diese Balance ist nicht einfach zu halten, aber Larsen schafft es meistens.
Typische Szenen sind Verhöre, bei denen Fee versucht, die Influencer zum Reden zu bringen, während die mehr Angst um ihre Online-Reputation haben als um ihre physische Sicherheit. Oder Momente, in denen Fee und Petal sich gegenseitig auf die Nerven gehen, während sie gleichzeitig versuchen, einen Mord aufzuklären. Das Buch lebt von diesen kleinen Reibungen und der Absurdität der Situation. Wer Action-Thriller mit Explosionen und Verfolgungsjagden erwartet, ist hier falsch. Das Tempo kommt aus den Dialogen und den ständigen Mini-Wendungen.
Was Fool Me Twice and Homicide besonders macht
Das Setting ist definitiv ein Alleinstellungsmerkmal. Ein Cold-War-Bunker voller Influencer? Das ist nicht gerade die Standard-Location für eine Cozy Mystery. Larsen nutzt die räumliche Begrenzung clever, um Druck aufzubauen und gleichzeitig die Absurdität der modernen Social-Media-Kultur zu kommentieren – ohne dabei zu moralisieren. Die Influencer sind keine Bösewichte, sondern einfach Menschen, die in einer anderen Realität leben als Fee. Das sorgt für Konflikte, aber auch für komische Momente.
Ein weiterer Punkt ist die Dynamik zwischen Fee und Petal. Buddy-Cop-Konstellationen gibt es viele, aber hier sind es zwei Frauen, die sich nicht sofort mögen, die unterschiedliche Methoden haben und trotzdem zusammenarbeiten müssen. Keine aufgesetzte Girl-Power-Freundschaft, sondern ein pragmatisches Zweckbündnis mit Ecken und Kanten. Das fühlt sich realistischer an als viele andere Darstellungen.
Larsen verzichtet weitgehend auf romantische Subplots, was in diesem Genre eher selten ist. Fee hat andere Prioritäten – und das tut der Geschichte gut. Kein unnötiger Beziehungsdrama-Ballast, sondern Fokus auf den Fall. Die übernatürlichen Elemente werden dabei geschickt dosiert eingestreut. Sie sind präsent, aber nicht dominant. Es ist keine Urban Fantasy im klassischen Sinne, sondern eher eine Mystery mit einem Hauch Magie im Hintergrund – genug, um die Welt interessant zu machen, aber nicht so viel, dass es den Krimi-Aspekt überschattet.
Fuer wen ist Fool Me Twice and Homicide das richtige Buch?
Wenn du auf die Stephanie Plum-Bücher von Janet Evanovich stehst – also Krimis mit Humor, sympathischen aber nicht perfekten Protagonistinnen und einem lockeren Ton – dann ist das hier genau dein Ding. Auch Fans von Darynda Jones oder anderen Autorinnen, die Paranormal Mystery mit Witz kombinieren, werden sich hier wohlfühlen. Das Buch funktioniert als Teil einer Serie, aber man kommt auch klar, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt. Larsen gibt genug Kontext mit, ohne langatmig zu werden.
Wer eine düstere, psychologisch tiefgründige Mystery sucht, wird hier enttäuscht sein. Das ist kein Gillian Flynn, kein Tana French. Der Fokus liegt auf Unterhaltung, nicht auf existenziellen Abgründen. Die Charaktere bleiben weitgehend zweidimensional – das ist bewusst so, passt zum Cozy-Genre, aber wer komplexe Figurenentwicklung erwartet, wird nicht vollständig bedient.
Auch für Leute, die Reality-TV und Influencer-Kultur nerven, könnte das Buch schwierig sein – auch wenn Larsen sich darüber lustig macht, sind die Influencer ständig präsent. Wenn dich das Thema grundsätzlich ankotzt, wird es anstrengend. Und: Das Buch ist schnell vorbei. Wer etwas Episches, Langatmiges sucht, wo man sich richtig reinfuchsen kann, wird hier nicht glücklich. Das ist Fast Food – lecker, befriedigend, aber keine Haute Cuisine.
Perfekt für: Bahnfahrten, Wartezimmer, Abende auf der Couch, wenn man einfach mal abschalten will. Nicht perfekt für: Leute, die jeden Krimi auf Herz und Nieren prüfen und logische Lücken nicht verzeihen können. Die gibt es hier durchaus, aber sie stören den Lesefluss kaum, wenn man sich darauf einlässt.
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