Die Lebenden und die Toten: Wenn die Vergangenheit blutige Rechnungen präsentiert
Mehrere Morde und ein ominöser Richter erschüttern den Taunus. Pia Kirchhoff kann ihre Flitterwochen vergessen – stattdessen wartet ein Fall auf sie, bei dem die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Rache gefährlich verschwimmt.
Worum geht es?
Dezember 2012, und Pia Kirchhoff steht buchstäblich mit gepackten Koffern da. Flitterwochen? Vergiss es. Eine ältere Frau wurde ermordet aufgefunden, und dieser Fund ist erst der Anfang. Gemeinsam mit Oliver von Bodenstein stolpert sie in eine Mordserie, die einem grausamen Muster folgt. Im Zentrum: ein mysteriöser Richter, der offenbar seine ganz eigene Vorstellung von Gerechtigkeit durchsetzt.
Die Opfer scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben, doch je tiefer das Ermittler-Duo gräbt, desto mehr verdichten sich die Hinweise auf ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit. Alte Schuld, vertuschte Verbrechen und Menschen, die längst dachten, sie kämen ungeschoren davon – bis jemand beschließt, dass die Zeit der Abrechnung gekommen ist.
Neuhaus dreht das Tempo stetig hoch und jongliert geschickt mit mehreren Handlungssträngen, die sich am Ende zu einem erschreckend schlüssigen Bild zusammenfügen.
Schreibstil
Nele Neuhaus schreibt, wie man einen guten Krimi braucht: straff, atmosphärisch und ohne unnötigen Schnickschnack. Die Kapitel sind kurz gehalten, die Perspektivwechsel halten die Spannung oben. Sie versteht es, den Taunus im Winter als düstere Kulisse zu inszenieren – kalt, neblig, bedrohlich.
Besonders gelungen ist die Balance zwischen Ermittlungsarbeit und den privaten Verwicklungen der Protagonisten. Pia und Bodenstein sind keine Superhelden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten, was sie authentisch macht. Der Plot verzichtet auf übertriebene Action-Eskapaden und setzt stattdessen auf knallharte Polizeiarbeit mit psychologischer Tiefe.
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Für wen geeignet?
Fans von bodenständigen deutschen Krimis kommen hier voll auf ihre Kosten. Wenn du Serien wie „Tatort“ oder Bücher von Andreas Föhr magst, bist du hier goldrichtig. Der elfte Band der Bodenstein-Kirchhoff-Reihe funktioniert auch standalone, wobei Serienfans natürlich die Charakterentwicklung mehr zu schätzen wissen.
Wer blutige Splatter-Orgien erwartet, ist fehl am Platz. Die Spannung entsteht hier durch clevere Plotkonstruktion und die beklemmende Atmosphäre einer Gesellschaft, in der niemand so unschuldig ist, wie er tut.
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